Zwangsgedanken.

Zwangsgedanken. Kommen. Und wollen bleiben.

Schiebst du sie weg, kommen sie wieder. Wieder. Wieder. Und wieder.

Probierst du sie anzunehmen, kommen sie trotzdem wieder.

Vielleicht müsste ich mehr Geduld haben.

Vielleicht würde es dann besser.


Manchmal hilft es sie auszusprechen. Abzuschließen indem ich sie ausspreche.

Manchmal hilft es lang. Und für den Moment bin ich sie los.

Manchmal hilft es nur für ein paar Minuten. Dann kommen sie wieder.

Es sind immer wieder dieselben. Immer wieder im selben Kontext.

Liebe ich mich immernoch nicht selbst genug, um ihnen endlich Mal rational trotzen zu können?


Sagen wir es offen und ehrlich, ohne peinliche Berührung: bei mir geht’s dabei nicht um einen Zwang, etwas zu tun. Bei mir geht’s dabei um Sex.

Wenig Sex haben heißt wenig liebenswert sein. Heißt unattraktiv sein. Heißt Verlust zu riskieren.

Ohne den Partner Spaß haben? Das löst die Gedanken aus. Wenn ich alleine Spaß habe – nein. Wenn er alleine Spaß hat – immer.

Ich bin’s leid. Ich weiß doch, dass es nur ein wiederkehrender Gedanke ist. Ich weiß doch, dass der Gedanke nicht wahr ist.

Es sind zwei verschiedene Bedürfnisse. Sie hängen nicht zusammen.

Weiß ich.

Nicht aber wenn die Zwangsgedanken aufkommen.

Dann hängen die beiden Dinge zusammen.

Der Partner hat lieber allein Spaß. Muss ja so sein. Denn wir haben wenig Sex. Also bin ich nicht attraktiv.

Das gaukelt mir der Kopf vor.

Ich versuche zu tun was die schlaue Frau sagt. Den Gedanken im Kopf aussprechen, sagen „Da ist er wieder – dieser Gedanke daran, dass ich nicht attraktiv bin, weil wir wenig Sex haben. Punkt.“ “ Es ist ein Gedanke von vielen.“


Die schlaue Frau sagt, dass Zwangs – oder Angstgedanken im Kern jedem anderen Gedanken gleichen. Nur, dass wir ihnen mehr Beachtung schenken und sie mehr verfolgen als die tausend anderen Gedanken, die unsere Köpfe streifen.


Ich schäme mich dafür. Ich schäme mich auch jedes Mal wieder wenn ich der schlauen Frau erzähle, dass ich es wieder gespürt habe. Mich dabei hilflos gefühlt habe.

Machtlos meinen eigenen Gedanken ausgeliefert.

Und meinem Handeln. Denn wie sich Enttäuschung und Ablehnung im Außen zeigen, ist ja klar. Defensive, Wut, Traurigkeit, Verzweiflung.


Und dabei so viel Scham.

Ich will normal damit umgehen können. Einfach ganz normal.


Der Social Media Algorithmus hat mir übrigens direkt nach dem Beitrag folgendes präsentiert:

Weiß nie ob ich es gut finde oder einfach nur gruselig finde.

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